Kurzbeschreibung
Infos


fit2work agiert als Drehscheibe zwischen Individuen und Betrieben. Im Rahmen der Beratung werden sowohl persönliche als auch betriebliche Maßnahmen erarbeitet, um eine nachhaltige Wiedereingliederung oder Prävention zu gewährleisten. In der Personenberatung wird gemeinsam mit den Betroffenen eine individuelle Strategie zur beruflichen Reintegration entwickelt. Auch Unternehmen werden in diesen Prozess einbezogen, um langfristige Lösungen zur Förderung der Arbeitsfähigkeit ihrer Belegschaft zu entwickeln.
Das Programm füllt eine wichtige Versorgungslücke, insbesondere in Regionen ohne eigene betriebsärztliche Strukturen. Durch eine frühzeitige Intervention können dauerhafte Ausgliederungen aus dem Arbeitsmarkt verhindert werden. Ein besonderes Merkmal von fit2work ist die enge Verzahnung mit bestehenden arbeitsmarkt- und gesundheitsbezogenen Institutionen, was eine optimale Betreuung und Weitervermittlung sicherstellt.
Das Programm umfasst eine strukturierte Beratung in mehreren Phasen. Betroffene erhalten eine Analyse ihrer beruflichen und gesundheitlichen Situation, arbeitsmedizinische sowie psychologische Unterstützung, und eine Begleitung beim Wiedereinstieg nach längeren Krankenständen. Unternehmen werden zu Maßnahmen zur Reduzierung von Krankenständen, zur Vermeidung frühzeitiger Pensionierungen und zur Gestaltung gesunder Arbeitsabläufe beraten.

Die Ursprünge von fit2work gehen auf das Vorläuferprojekt „AEIOU – Arbeitsfähigkeit erhalten für Individuen, Organisationen und Unternehmen“ (2002-2005) im Rahmen der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft des ESF zurück. Ziel war es, durch präventive Maßnahmen die Erwerbsfähigkeit der österreichischen Bevölkerung langfristig zu sichern und krankheitsbedingte Frühpensionierungen zu reduzieren. Basierend auf diesen Erfahrungen starteten erste Pilotprojekte in Wien, Niederösterreich und der Steiermark mit dem Fokus auf Personenberatung. 2012 wurde das Programm auf ganz Österreich ausgeweitet und 2013 kam die betriebliche Beratung hinzu, die zunächst durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) ko-finanziert wurde.
Heute ist fit2work flächendeckend mit über 60 Standorten in ganz Österreich vertreten. Rund 4.000 Betriebe und 120.000 Personen haben bereits von den Angeboten profitiert. Ergänzend zu den stationären Standorten kommen mobile Beratungsbusse zum Einsatz, um auch schwer erreichbare Regionen abzudecken.
Die zentrale Koordination erfolgt durch die Stabsabteilung Sozialministerium Service, während regionale Umsetzungspartner für die konkrete Beratung zuständig sind. Die Finanzierung erfolgt durch nationale Mittel des BMSGPK3, des AMS, der Pensionsversicherungsanstalt, der AUVA und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).
Ein entscheidender Faktor für die langfristige Absicherung von fit2work war die rechtliche Verankerung im Arbeits- und Gesundheit Gesetz (AGG). Dieses Gesetz definiert die Notwendigkeit eines flächendeckenden Beratungs- und Unterstützungsangebots zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit. Zusätzlich wurde fit2work durch das Wiedereingliederungsteilzeitgesetz in bestehende arbeitsrechtliche Strukturen integriert.
Headerfoto: © Sozialministeriumservice