Kurzbeschreibung
Infos
Der Erfolg der Skalierung des Jugendcolleges beruhte auf (und ist auch in Zukunft abhängig von) mehreren Faktoren:
Die Zukunft des Programms ab 2028 bleibt allerdings offen und hängt von politischen Entscheidungen sowie der weiteren Finanzierung durch den ESF+ ab.


Übernahme des Jugendcolleges am AMS: Ab dem Jahr 2015 entwickelte sich auf Basis des Projektes die Idee eines größer angelegten Bildungsprogrammes, das über das Angebot von Deutschkursen hinausgeht. Mit „StartWien – Das Jugendcollege“ wurde 2016 am AMS und dem FSW mit rund 1000 Plätzen eine umfassende bildungs-, sozial-, integrations- und arbeitsmarktpolitische Maßnahme in Wien implementiert, welche für die Hauptzielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren mit Fluchthintergrund konzipiert war. Das Lernprogramm umfasst die Kernmodule Basisbildung (Mathematik, Englisch, Informations- und Kommunikationstechnologien) und Deutschmodule. Dazu kommen Spezialmodule (z. B. Natur, Gesundheit und Soziales, kritische Partizipation, Peer-Dolmetsch und Werkstätte), die je nach persönlichen Vorkenntnissen und schulischen bzw. beruflichen Bildungszielen kombiniert werden.[1] Das Projekt hat die Brückenfunktion inne, die Jugendlichen zu weiteren Bildungsmaßnahmen zu ermutigen, um einen geeigneten Beruf oder eine Berufsausbildung zu erzielen. Das Projekt wurde an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst, zum Beispiel indem das Projekt im Zeitverlauf seine Zielgruppe von bis zu 21-jährigen jungen Erwachsenen auf bis zu 25-jährigen jungen Erwachsenen ausweitete. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des ESF, des AMS Wien, des FSW und der Stadt Wien (MA 17). Das Gemeinschaftsprojekt wurde unter der Leitung der Wiener Volkshochschulen in Zusammenarbeit mit 9 Partnerorganisationen, darunter auch Interface Wien, umgesetzt.
Abspaltungen, Anpassungen & neue Kooperationen des Jugendcolleges ab 2019: Seit 2019 fördert der ESF/ESF+ nur noch das städtische Jugendcollege, während das AMS eigene Programme für Asylberechtigte aufsetzte. Ein Unterschied der beiden Angebote besteht darin, dass das Jugendcollege des AMS für asylberechtigte Personen zur Verfügung steht, wohin gegen das Jugendcollege der Stadt Wien auch für alle Jugendlichen mit einem Aufenthaltstitel, die z.B. im Rahmen vom Familiennachzug gekommen sind, offensteht. Anfangs wurden auch Asylwerber:innen unterstützt. Die Umsetzung des städtischen Jugendcolleges wurde von Interface Wien übernommen. Zwischen 2020 und 2022 wurde das Programm durch das pandemiebedingte REACT-Programm der EU zusätzlich unterstützt, was zu Anpassungen mit verstärktem Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit führte. Aufgrund steigender Nachfrage – insbesondere durch Zuzug aus anderen Bundesländern – erhöhte das Jugendcollege AMS Wien die Kapazitäten seiner Programme im Jahr 2024 auf 4.000 Plätze. Zusätzlich werden rund 1.000 Plätze im „College 25+“ für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte, die das 25. Lebensjahr bereits vollendet haben, zur Verfügung gestellt [2]. Um eine Abgrenzung zum AMS-Angebot zu schaffen, wurde das städtische Jugendcollege 2025 in „StartWien College“ umbenannt. Bereits ab 2023 wurde der Einstieg flexibilisiert: Statt zwei Startterminen pro Jahr gibt es nun vier, um eine individuellere Förderung der Teilnehmenden zu ermöglichen.
Das Projekt wird seit 2019 auf erfolgsorientierter Basis abgerechnet und seit 2025 gibt es eine Kooperation mit dem AMS Wien, um die Teilnehmer:innen finanziell zu unterstützen.
[1] https://presse.wien.gv.at/2017/07/04/1-jahr-startwien-das-jugendcollege-1-jahr-bildung-chancen-und-zukunftsperspektiven-fuer-jugendliche
[2] https://www.bmaw.gv.at/European-Year-of-Skills/Newsletter/4-Newsletter-Jugend/5-Unterstuetzung-niemanden-zuruecklassen/Jugendcollege-Wien.html