Wie erleben Menschen den Übergang von gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten (GBP) zum 1. Arbeitsmarkt? Welche Unterstützung hilft wirklich – und wo braucht es neue Ansätze? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein intensiver Workshop in Graz, der im Rahmen des Projekts SISI – Stärkung und Inklusion im Rahmen der Sozialen Innovation der Steirischen Arbeitsförderungsgesellschaft (StAF) in Kooperation mit SI plus – Kompetenzzentrum für Soziale Innovation stattfand.
Ziel war es, mit Teilnehmenden von GBP Hürden und mögliche Hilfen für den Übergang zum 1. Arbeitsmarkt zu identifizieren. Dabei stand der Austausch im Mittelpunkt: persönliche Erfahrungen, unterschiedliche Lebenswege und konkrete Ideen für Verbesserungen wurden sichtbar gemacht und diskutiert.
Ein gelungener Einstieg: Persönlich, offen, wertschätzend
Zum Start wurde der Raum genutzt, um sich auf spielerische Weise kennenzulernen – etwa durch Positionierungen im Raum zu persönlichen Fragen. So entstand gleich zu Beginn eine offene und angenehme Atmosphäre. Anschließend stellten die Organisator:innen das Projekt sowie die Ziele des Workshops vor. Besonders betont wurde dabei: Eure Perspektive zählt! Um künftig treffsichere Unterstützung für Transitarbeitskräfte im Rahmen von SISI anbieten zu können, braucht es die Erfahrung und das Wissen von Betroffenen.
Persönliche Erfahrungen und strukturelle Herausforderungen
Im Laufe des Workshops wurde deutlich: der Übertriff zum 1. Arbeitsmarkt verläuft für jede*n anders – und hängt stark von Lebensalter, Umfeld und bisherigen Erfahrungen ab. Die Suche nach einem Arbeitsplatz sowie Probleme dabei sind eine sehr individuelle Erfahrung. Oft werden negative Erfahrungen, Absagen oder ausbleibende Rückmeldungen persönlich genommen und führen zu Zweifel am Selbstwert und Demotivation. Im Gegensatz zu den Wahrnehmungen auf der individuellen Ebene verbergen sich dahinter aber oft strukturelle Hürden: fehlende Kinderbetreuung oder Mobilitätsangebote, geringe Chancen für ältere Menschen, Diskriminierung und Probleme mit der Anrechenbarkeit von im Ausland erworbenen Qualifikationen sind nur einige der identifizierten Hindernisse.
Was hilft und was kann verbessert werden?
Trotz aller Herausforderungen wurden auch viele unterstützende Faktoren genannt. Besonders hilfreich empfanden die Teilnehmenden den Austausch mit anderen in ähnlichen Situationen. Das offene und schambefreite Reden über Herausforderungen hilft, besser mit negativen Situationen umgehen zu können und das gegenseitige Helfen stärkt den Selbstwert.
Das Workshop-Format selbst wurde mehrfach als motivierend und stärkend beschrieben – viele wünschten sich eine Wiederholung in sechs Monaten.
Im Rahmen der StAF- und GBP-Projekte wurde die Möglichkeit zur selbstständigen Arbeitseinteilung und zur Berücksichtigung persönlicher Interessen als besonders positiv hervorgehoben. Themen wie Natur, Tiere, Soziales oder Migration könnten hier noch stärker eingebunden werden.
Persönlich hilft es vielen, den eigenen Selbstwert zu stärken – etwa durch Naturerlebnisse, das Erinnern an vergangene Erfolge oder durch soziale Kontakte, die guttun.
Ein starkes Zeichen für partizipative Entwicklung
Das Innovationslabor in Graz zeigte eindrucksvoll, wie zentral es ist, Menschen mit ihren Erfahrungen aktiv einzubeziehen. Basierend auf diesem ersten Workshop finden gemeinsam mit Mitarbeiter:innen von SISI und GBPs (hier geht’s zur Nachlese) sowie Betrieben weitere Workshops stattfinden, um einen holistischen Ansatz für Potenziale und Verbesserungen sicherzustellen.
Das Team von SI plus und die beteiligten Projektpartner:innen danken allen Teilnehmenden für ihr Vertrauen und ihren Beitrag!
